Glocke

Wort zum Sonntag Laetare (22.3.2020) von Gastpastor i.R. Andreas Salefsky

 „Laetare“ – so heißt der heutige Sonntag. Laetare kommt aus der lateinisches Sprache. Ins Deutsche übersetzt heißt es: „Freut euch!“

Der Sonntag Laetare liegt in der Mitte der Passionszeit.  Er lenkt den Blick über die Passion Jesu hinaus auf Ostern, auf die Auferstehung Jesu. Über Leiden und Tod hinaus auf das Leben.

„Laetare – Freut euch!“ Das passt nicht so recht in diese Zeit. Viele von uns machen sich Sorgen. Um die Menschen, die ihnen vertraut sind. Um das, was die Zukunft bringt – und was noch kommen mag.

„Laetare“ – der Name hat seinen Ursprung im Alten Testament. Da sagt ein in der Tradition Jesajas stehender Profet: „Freut euch mit Jerusalem!“ (Jesaja 66,10) Jerusalem – und mit der Stadt ganz Israel – hatten eine der großen Krisen ihrer Geschichte, die „Babylonische Gefangenschaft“, das äußere und das innere Exil, überwunden. Normalität ist wieder eingekehrt. Der Profet hat seine Aufgabe erfüllt. Zu seinen letzten, Mut machenden Worten gehören diese: „Freut euch mit Jerusalem!“

Wir stehen noch ganz Anfang. Machen uns Sorgen. Wissen nicht, wie es wird.

Dennoch möchte ich von Jesaja lernen. Zu seinem „Freut euch!“ gesellt er ein „Danke“.  Er dankt Gott, dass dieser in der Krise, im babylonischen Exil, nicht fern, sondern dem Menschen nahe war und immer noch ist (Jesaja 51,3).

Ich möchte dieses von Jesaja gesprochene „Danke“ weitersagen.

In meiner Begegnung mit Gott, in meinem Gebet.

Aber auch in der gesprochenen, geschriebenen, geposteten Begegnung mit den Menschen, die mir zum Leben helfen:

Landwirten und Landwirtinnen, Verkäufer*innen, Bäcker*innen,

den Mitarbeitenden in den Rettungsdiensten, Feuerwehren, der Polizei und in Leitstellen, Ärztinnen und Ärzten, Krankenhauspersonal, Bus- und LKW-Fahrern, Politiker*innen, und den Vielen, die unbemerkt dafür Sorge tragen, dass das Leben weiter geht.

Danke!

Bleiben Sie, bleibt Ihr gesund und von Gott behütet.

Andreas Salefsky, Pastor i.R.

Gastdienste im KK Wolfsburg-Wittingen

+++ Aktuelle Informationen zu unserem Gemeindeleben angesichts der Corona-Pandemie+++

Stand 14.3. 11 Uhr

Die Kirchenvorstände der Ev.-Luth. Kirchengemeinden Wolfsburg-Sülfeld und Wettmershagen haben sich mit den Auswirkungen des Coronavirus auf unser kirchengemeindliches Leben auseinandergesetzt. Eine für alle Seiten korrekte Einschätzung der Lage zwischen Panikmache und verantwortlichem Handeln ist nur schwer zu treffen. Kern unseres kirchengemeindlichen Lebens sind die Gottesdienste und Veranstaltungen, bei denen Menschen jeglichen Alters zusammenkommen. Für all dies gelten die Richtlinien der staatlichen Organe, des Robert-Koch-Instituts, unserer Landeskirche sowie der Superintendentur.

Unsere Kirchenvorstände sind sich darüber einig, die staatlichen Organe dabei zu unterstützen, die Ausbreitung des Virus zu verzögern und dafür zu sorgen, dass die Infektionskette möglichst unterbrochen wird. Ebenso rufen wir die Verantwortung jedes Einzelnen ins Gedächtnis, achtsam mit sich und anderen umzugehen.

Als Leitungsgremien sehen wir es als unsere Aufgabe an, Orientierung und Sicherheit zu geben und gemeinschaftliches Leben zu schützen. Dies bedeutet in der aktuellen Zeit, auf manches zu verzichten. Unser Verzicht heute kann morgen Leben retten. Dazu leisten wir gern unseren Beitrag.

 

Darum gilt Folgendes ab sofort bis einschließlich 19. April:

  1. Ab sofort sind in den Räumen unserer Kirchengemeinden alle Gottesdienste und sämtliche Veranstaltungen (inkl. sämtlicher Gruppen und Kreise) ausgesetzt, für die wir verantwortlich sind. Auch der Vorstellungsgottesdienst am 22.3 in Ehmen wird nicht stattfinden. Auch der Konfirmandenunterricht entfällt in der bisherigen Form. Das Konzert am Weltwassertag, den 22. März 2020, entfällt ebenfalls und wird auf einen späteren Termin verschoben. Chorproben im Gemeindehaus Sülfeld finden vorerst ebenfalls nicht statt. Wir weisen ausdrücklich auf die sonntäglichen Gottesdienste im Fernsehen, Radio und Internet hin.
  2. Während der im Gemeindebrief abgebildeten Gottesdienstzeiten sind unsere Kirchen verlässlich geöffnet für stilles Gebet und persönliche Andacht. Dabei sind Hygienestandards einzuhalten, entsprechende Hinweise finden sie an den Kircheneingängen. Zu den im Gemeindebrief abgebildeten Gottesdiensten wird zu Gottesdienstbeginn geläutet. Damit signalisieren wir: Wir sind gerade zwar an verschiedenen Orten, aber im Gebet miteinander vereint und stehen unter Gottes Segen. Samstags- und Sterbegeläut bleiben wie gewohnt erhalten.
  3. Taufen und Trauungen können, so bereits terminiert, nach Rücksprache mit unseren Gastpastoren verschoben werden oder aber finden im engsten Familienkreis statt. In Absprache mit den Familien dokumentieren wir alle Teilnehmer, um ggf. Infektionsketten identifizieren zu können.
  4. Trauerfeiern finden im engen Familienkreis in der Kapelle statt, um den gebotenen Abstand zwischen den Menschen zu ermöglichen, Ablauf und Liturgie werden angepasst. Trauergespräche mit Hinterbliebenen führen wir, sofern dabei Hygienestandards eingehalten werden. Bei Familien, die unter Quarantäne stehen, ist kein Trauerbesuch möglich, in diesem Fall wird telefoniert. In Absprache mit der Trauerfamilie dokumentieren wir alle Teilnehmer, um ggf. Infektionsketten identifizieren zu können. Sämtliche Bestattungsunternehmen der Region sind über dieses Vorgehen seitens der Superintendentur informiert.
  5. Für Seelsorge und Begleitung stehen Ihnen jederzeit unsere Gastpastoren zur Verfügung. Zögern Sie bitte nicht sich gerade in solchen Krisenzeiten uns zu wenden! Manches ist auf telefonischem oder elektronischem Weg möglich.
  6. Unsere Gemeindehäuser in Sülfeld und Wettmershagen werden bis einschließlich 19. April nicht mehr an private Veranstaltungen vermietet.
  7. Zu den Konfirmationsgottesdiensten am 9./10. Mai wird Superintendent i.R. Martin Berndt mit allen beteiligten Familien jeweils in Kontakt treten und gemeinsam beraten, ob die Konfirmation verschoben wird oder aber in verkleinerter Form (z.B. pro Konfirmand mit Eltern eine Einzelkonfirmation zu einem bestimmten Zeitfenster am entsprechenden Wochenende in der Kirche) stattfinden kann. Es ist bei allen Beratungen im Blick zu behalten, dass noch größere Einschränkungen des öffentlichen Lebens auf uns zukommen könnten. Wenn Sie Fragen zum laufenden Konfirmandenunterricht haben, wenden Sie sich bitte an die jeweils Unterrichtenden.
  8. Mit Blick auf unsere Mitarbeitenden empfehlen wir den Kontakt per Telefon oder E-Mail. Sämtliche Kontaktinformationen finden Sie in unserem Gemeindebrief und auf unserer Homepage. Bitte sehen Sie, sofern nicht zwingend nötig, von einem Besuch im Gemeindebüro ab.
  9. Unser Blick gilt vor allem der Risikogruppe unserer älteren Mitbürger*innen und derer mit einem geschwächten Immunsystem. Sollte hier Hilfe nötig sein, z.B. beim Einkaufen oder bei Erledigungen im öffentlichen Raum, stehen wir als Kirchengemeinde gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.
  10. Diese Verfügung gilt mit sofortiger Wirkung. Unsere Kirchenvorstände behalten die aktuellen Entwicklungen im Blick und behalten sich weitere Entscheidungen vor.

Uns ist bewusst, dass die getroffenen Entscheidungen von manchen als übertrieben wahrgenommen werden könnten. Die Folgen sind schmerzlich, weil sie den Kern unseres kirchlichen Lebens treffen und deutlich wird, dass unsere Verhaltensweisen betroffen sind. Jeder möge hier achtsam für sich und seine Lieben entscheiden. Wir tun dies verantwortlich mit dem, was wir können und haben uns für eine verantwortete Sicherheit und Vorsicht entschieden. Wir bitten um Verständnis und Unterstützung für unser Handeln. Unser Gebet gilt denen, die sich an verschiedenen Stellen um die Erkrankten und um die Sicherheit in unserem Land kümmern. Und vor allem jenen, die selbst erkrankt sind und auf Genesung hoffen.

 

Mit freundlichen Grüßen im Namen unserer beiden Kirchenvorstände

Susanne Retzbach

Eckhard Pieper

 

Weitere Informationen zu landeskirchlichen Empfehlungen samt Trostwort unseres Landesbischofs finden sich hier: http://coronapraevention.landeskirche-hannovers.de